Stuxnet: Verwechselt die Nato Henne & Ei?

Nachdem in den vergangenen Wochen immer mehr Details über Stuxnet bekannt wurde, musste ich heute doch schmunzeln:  NATO-Generalsekretär Rasmussen schlägt vor, im Falle eines Cyber-Angriffs auf eines der NATO-Mitgliedsstaaten den Bündnisfall auslösen.

Nach allen bisher bekannten Informationen handelt es sich bei Stuxnet nicht um irgendeinen x-beliebigen Virus/Wurm einfacher Machart, sondern eine technisch hochentwickelte Programmiererei, welche über mehrere Monate Arbeit einer Gruppe von Spezialisten und eine Menge Insiderwissen vereint.  Diese Ressourcen steht offensichtlich nicht vielen Gruppen zur Verfügung.  Hinzu kommt, dass der Wurm in der breiten Masse infizierter Rechner keinen Schaden anrichtet, sondern die vielen privaten PCs lediglich zur weiteren Verbreitung nutzt.

Trifft der Wurm jedoch auf eine Industrieanlage mit der Steuerungssoftware WinCC von Siemens, dann prüft er die Anlagensteuerung auf eine bestimmte Konfiguration, um diese dann letztlich zu manipulieren.  Dabei der geht Wurm sehr präzise und behutsam vor, und ist selbst dort nicht ohne weiteres zu entdecken.

Nach bisherigen Vermutungen stecke wohl ein westlicher Geheimdienst oder eine andere staatliche Organisiation hinter der aufwändigen Arbeit, und Ziel des Angriffs scheint wohl das iranische Atomkraftwerk Buschehr zu sein.  In der vergangenen Woche musste nun der Iran sowohl einen Virusbefall in der Anlage, als auch eine Verzögerung bei der Fertigstellung des Kraftwerks bekannt geben. Allerdings wird bislang dementiert, dass diese beiden Ereignisse in direktem Zusammenhang stehen.

Wenn man nun diese Informationen zusammen zählt, dann ist Äußerung Rasmussens sehr ironisch:  einerseits zettelt wohl einer der westlichen Staaten einen solchen Angriff an, andererseits aber rottet sich die Nato zusammen, um dann im Kollektiv des Bündnisfalls auf eine mögliche Gegenattacke zu reagieren.  Die spannende Frage ist jetzt ja nur noch, welche Gruppe denn nun tatsächlich hinter dem Wurm steckt.

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere