Mandriva –> Mageia

Oh weh, nach soooo vielen und vor allem zufriedenen Jahren als Nutzer der französischen Linux-Distribution Mandriva ist nun plötzlich Unruhe im Laden.

Aufgrund der hinlänglich bekannten und alle Jahre wieder auftretenden Querelen um die Liquidität des Unternehmens ist es nun zu einem Fork gekommen.  Diesem Fork wurde der Name Mageia gegeben.
Auslöser des Ganzen war eine neuerliche, drohende Insolvenz im Frühjahr diesen Jahres.  Während sich für den Anwender sichtbar lediglich die Freigabe der Version 2010.1 zeigte, ist hinter den Kulissen dennoch viel passiert:
Es wurde ein Investor gefunden, der sich verständlicherweise allerdings nicht auf das bloße Zuschießen von Geldern beschränkt.  Die Firma wurde „auf links gedreht“, und eine große Zahl der beschäftigten Entwickler wurde entlassen.

Die vielen freiwilligen Contributors und großen User-Gemeinschaften haben sich nun nach ausgiebigen Sondierungsgesprächen kam man nun zu dem Schluss, sich komplett unabhängig zu machen von einem einzelnen, gewinnorientierten Unternehmen.  Gemeinsam mit einem großen Teil der ehemals Beschäftigten und getragen durch eine breite Unterstützung aus den Gemeinschaft der Anwender wurde nun Mageia ins Leben erweckt.

Außenstehende möchten sich möglicherweise noch wundern über diese Akzeptanz des Forks von der ersten Minute an.  Wer aber nur ein bisschen Einblick in die Geschichte der Unternehmen hinter „Mandriva“ hat, der wird verstehen wieso die Community nun zur Ruhe kommen möchte.

Ich selbst bin zwiegespalten.  Einerseits verliere ich damit „meine Distribution“, die ich seit knapp 9 Jahren mit wachsender Zufriedenheit einsetze.
Auf der anderen Seite aber ist das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet, sondern nur das Wasser ausgetauscht worden.

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere