Instandsetzung des alten Brunnens

Der Garten unseres Hauses wurde in der Vergangenheit über Wasser aus einem alten Brunnen versorgt. Allerdings war die Tauchpumpe wohl defekt. Sobald man sie angeschlossen hat, ist jedes Mal der FI-Schalter rausgeflogen. Aufgrund des großen Gartens wollten wir die Wasserversorgung daher zum Beginn des Sommers instandsetzen.

Schritt 1: Den alten Brunnen finden

Leider hatten wir im Garten keinerlei Hinweis darauf, wo sich denn der Brunnen befinden könnte. Es gab weder einen Betondeckel, noch eine Stahlplatte irgendwo in der Nähe des Hauses, bzw. war der Schacht vermutlich zugewachsen. Also blieb nur die „brute force“ Methode, nämlich den Wasserleitungen hinterher zu graben.

Es gab zwei Zapfstellen im Garten. Eine direkt an der Rückwand der Garage, und nochmal eine weitere 8m entfernt an der Terrasse. Auf einen Tipp des Nachbarn hin grub ich zuerst an der Garage. Aber bereits nach nur 40cm Tiefe verliefen die Leitungen horizontal, und zeigten Mitten auf die Rasenfläche.

Als nächstes versuchte ich mein Glück an der zweiten Zapfstelle. Aber auch hier ein ähnlicher Befund: kein Brunnen, aber horizontal verlaufende Leitungen, welche direkt auf den Rasen zeigten. Es nützte alles nichts, ich musste weiter graben.

Zum Glück fand ich dann nach einigen Metern den alten Brunnen. Der Brunnen ist mit einer Betonplatte abgedeckt und besteht aus 30cm Betonröhren. Da sich dieser Deckel aber ca. 60cm unter der Grasnarbe befindet, war er natürlich nicht ohne weiteres zu finden.

Schritt 2:  Die alte Tauchpumpe raus ziehen

Auf den Betonröhren lag ein Stahlstab. Daran war ein verzinktes Flacheisen eingehakt, und daran ziehen brachte mir nur die Erkenntnis, dass sich da nichts bewegte. Ich habe erst mal die Tiefe ausgelotet und bin auf gut 16 Meter gekommen.

Nach dem Trennen der Wasserleitung lies sich das Flacheisen dann doch noch bewegen. Wie befürchtet reichte dieses bis zum Grund des Brunnens, und die Tauchpumpe war daran befestigt. Zu allem Überfluss war die Wasserleitung auch noch alle 2m mit Rohrschellen befestigt. Mit vereinten Kräften konnten wir dieses unhandliche Konstrukt dann doch raus ziehen.

Schritt 3:  Eine neue Tauchpumpe besorgen

Dieser Teil war schwieriger als erwartet. Es gibt robuste Pumpen, günstige Pumpen, Pumpen aus Kunststoff oder Edelstahl, Pumpen mit integriertem Druckschalter, Pumpen mit guten Bewertungen, …

Die erste Entscheidung war simpel: Es sollte eine Pumpe mit integriertem Druckschalter sein, da wir dann vom Brunnen aus in zwei verschiedene Richtungen Wasserleitungen verlegen können. Alternativ hätten wir einen separaten Druckschalter in der Garage eingebaut, aber sämtliche Leitungen hätten dann von dort aus verteilt werden müssen.

Am Ende habe ich mich für eine Pumpe von Gardena entschieden, welche Edelstahl-Gehäuse und integrierten Druckschalter aufweist. Leider hatte diese aber nicht die allerbesten Bewertungen, insbesondere wenn das Wasser nicht ganz klar ist.

Schritt 4:  Ein Gehäuse um die Pumpe bauen

Dieser Schritt war ursprünglich gar nicht geplant, denn die Tauchpumpe sollte frei in der großen Betonröhre hängen. Allerdings wollte ich die Gardena-Pumpe möglich gut schützen. Also kaufte ich noch 2m Brunnenfilterrohre, Edelstahl-Schrauben und zwei Deckel.

Der untere Deckel gehört zum Filterrohr und wurde aufgeschraubt und zusätzlich mit Schrauben gesichert. Dann habe ich von oben die Pumpe eingesetzt. Das Stahlseil zum Hochziehen der Pumpe ist direkt an der Pumpe selbst befestigt. Eine Gewindestange direkt über der Pumpe verriegelt das ganze so, dass sich die Pumpe nicht aus dem Filterrohr raus ziehen lässt.

Der obere Deckel bekommt ein Loch für die Wasserleitung. Außerdem habe ich noch eine Öse verschraubt, um ein zweites Seil daran befestigen zu können. Bei diesem Deckel handelt es sich um einen orangen KG-Deckel. Ich habe ihn einfach oben aufgesetzt und dann mit einigen Edelstahlschrauben befestigt.

Diese Konstruktion erinnert optisch an einen Torpedo, aber unterm Strich lässt sich festhalten, dass das Gehäuse ziemlich genau so aussieht, wie ich mir vorher skizziert hatte. Auf die Weise wird der Brunnen nun immer gefiltertes Wasser ziehen und die Pumpe hoffentlich lange einen störungsfreien Dienst verrichten können.

Schritt 5:  Einsetzen der Pumpe

Nun war es soweit. Juliane und ich wollten die Pumpe in ihrem Gehäuse herab lassen. Als erstes musste ich (schmerzhaft) feststellen, dass sich das 4mm Stahlseil kaum halten lies. Kurz bevor die Pumpe auf dem Grund angekommen ist, sauste dann plötzlich das Ende des Stromkabels an uns vorbei und verschwand im Brunnen. Das Eigengewicht der Leitung hatte es rein gezogen.

Also mussten wir die ganze Pumpe noch einmal 16 Meter hoch ziehen und das Kabel wieder bergen. Nun haben wir es oben gesichert, und die beiden Seile gleich mit. Dann haben wir die Pumpe zum zweiten Mal abgelassen. Sie steht nun frei auf dem Grund des Brunnens.

Im letzten Schritte haben wir oben die Wasserleitungen verbunden und Stromkabel sowie die Seile gesichert, dass sie nicht rein fallen können.

Schritt 6:  Inbetriebnahme

Nächste Woche soll die Wasserleitung fertig gebaut werden, dann kann die Pumpe erstmalig eingeschaltet werden.

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