Hüttentour 2008 auf dem Stubaier Höhenweg

Vorbereitungen für die Hüttentour

Irgendwann im Frühjahr kam die Idee auf, gemeinsam eine Hüttentour zu unternehmen. Für mich war es die erste Tour auf einem Höhenweg in den Alpen, während Wiebke solche Touren bereits mehrfach gemacht hatte. Entsprechend übernahm sie auch die Planung, und heraus kam eine tolle Woche im Stubai-Tal.

Zwei weitere Bekannte waren mit von der Partie: Erik und Heiko.

Anreise und Aufstieg zur Innsbrucker Hütte

Wiebke würde mit Stephan und Jonas anreisen und anschließend auch noch mit diesen eine zweite Urlaubswoche in den Bergen verbringen. Entsprechend froh war ich über Eriks Angebot, mich in Stuttgart einzusammeln, um wenigstens die zweite Häfte des Wegs gemeinsam fahren zu können.

Ich nutzte die Gelegenheit und übernachtete bei Nathalie, einer alten Bekannten aus den Studienzeiten. Wir hatten uns lange nicht gesehen und viel zu erzählen. Am nächsten Morgen holte mich Erik bei Nathalie ab, und wir fuhren in die Alpen.

In Neustift angekommen war das Wetter leider nur mäßig. Wir trafen Wiebke und haben uns aufgrund des aufziehenden Regens entschlossen, mit dem Hüttentaxi zur Karalm hoch zu fahren und von dort aus die zweite Hälfte zu Fuß zu gehen. Die Entscheidung war goldrichtig, denn der Regen wurde ständig stärker und wir waren auf der Hütte dann auch gut aufgeweicht.

Es war ziemlich voll auf der Insbrucker Hütte, und wir waren fast zu spät für’s Abendbrot. Nach einer Bergsteigermahlzeit hauten wir uns in die Lager und ich verbrachte meine erste Nacht auf einer Berghütte mit bestem Schlaf.

Tag 2: Von der Innsbrucker Hütte zur Bremer Hütte

Nun begann die Hüttentour erst richtig. Wir sind nach dem Frühstück zeitig los und haben uns bei besten Wetter auf den Weg zur Bremer Hütte gemacht. Unterwegs musste ich dann aber lernen, dass Erik ein begeisterter Fotograf ist, der auch gerne mal 10 Minuten hinter der Gruppe zurück blieb, um uns perfekt in Szene zu setzen. Entsprechend langsam kamen wir dann voran, und die ausgeschilderten 6-8h Gehzeit schöpften wir ziemlich aus.

Während der Tour begannen dann leider bereits am ersten richtigen Wandertag meine Knieschmerzen. Es zwackte ein wenig, und die letzten Meter inklusive Kletterei durch eine Scharte waren eine Qual. Allerdings belohnt die Bremer Hütte mit einem tollen Panorama, und im Vergleich mit den anderen Hütten war hier relativ wenig los.

Tag 3: Von der Bremer Hütte zur Nürnberger Hütte (Simmingjöchl, grünes Meer)

Der Übergang zur Nürnberger Hütte stellte mit knapp 4h Wegzeit unsere kürzeste Etappe da. Der Weg führt erst hoch zum alten Zollhaus auf dem Simmingjöchl auf knapp 2750m Höhe. Hier konnten wir bei tollem Wetter eine Pause machen und die Aussicht über die Stubaier Alpen genießen. Auf der anderen Seite sind wir ein unübersichtliches Geröllfeld abgestiegen und weiter im Schatten über ein Schneefeld. Kurz danach haben wir das „grüne Meer“ erreicht und inmitten einer Herde Ziegen eine Pause am Bergsee gemacht.

Die Knieschmerzen wurden leider schlimmer, so dass ich sehr froh war, quasi nach einem halben Tag die Nürnberger Hütte zu erreichen. Apfelstrudel zum Nachtisch hat uns aber den Abend versüßt, auch wenn das Wetter bescheiden war.

Tag 4: Pausentag: Klettersteig auf der Nürnberger Hütte

Auf der Nürnberger Hütte hatten wir einen Tag Pause eingeplant. Der Tag war sonnig, und ich hatte mir mit Wiebke spontan den Klettersteig entlang des Grats oberhalb der Hütte vorgenommen. Dieser Ausflug endete aber leider mit einer Rettungsaktion durch den Hüttenwirt, da Wiebke nach knapp 10m bereits fest klemmte und sich weder vorwärts noch rückwärts getraut hat. Sie steckte hinter mir fest, so dass ich an dieser Stelle auch nicht mehr rückwärts an ihr vorbei kam. Mir blieb nichts weiter als den gesamten Klettersteig im Eiltempo hoch zu rasen und auf der anderen Seite den Wanderweg zurück zur Hütte zu nehmen.

Nach der Alarmierung ist der Hüttenwirt dann mit Turnschuhen und ohne Sicherungsgerät die 10m hoch und hat Wiebke abgeseilt. Zum Glück ist nichts passiert, und nach ein paar Bierchen und erneut einem großen Apfelstrudel war unsere Heldentat dann schnell verarbeitet.

Tag 5: Von der Nürnberger Hütte zur Sulzenauhütte

Nach der Pause stand nun wieder ein schwerer Wandertag an. Wir sind zeitig aufgebrochen, um über die Maierspitze zur Sulzenauhütte zu gehen. Mit dem ledierten Knie war die Strecke den ganzen Tag über eine Quälerei, welche ich größtenteils humpelnd absolvierte. Dennoch ist die Strecke schön und führt durch die abgelegene Bergwelt der Stubaier Alpen. Unterwegs mussten wir uns entscheiden, ob wir über die Maierspitze oder das Niederl gehen möchten. Hier haben wir uns für die Variante über die Maierspitze entschieden, die evtl. ein kleines bisschen länger dauert.

Nach gut 6 Stunden Gehzeit kamen wir auf der Sulzenauhütte an. Im Vergleich zur deutlich älteren Nürnberger Hütte ist die Sulzenauhütte deutlich neuer und moderner. Gleichzeitig war hier aber auch mehr los, da sie besser aus dem Tal erreichbar ist für einen Tagesausflug.

Tag 6: Pausentag:  Aufstieg zum Aperer Freiger

Auf der Sulzenauhütte hatten wir erneut einen Pausentag eingelegt und den Aperer Freiger (3261m) zu besteigen. Dies würde uns über die 3000m-Marke bringen, während der Stubaier Höhenweg durchgängig darunter bleibt. Leider war kein gutes Wetter gemeldet, und während des Aufstiegs zogen immer mehr Wolken auf. Letztlich sind wir wohl 200hm vor dem Gipfel umgekehrt um kein unnötiges Risiko einzugehen. Die Folge war, dass wir dann nachmittags auf der Terrasse der Hütte saßen und das besagte Unwetter einfach nicht kommen wollte.

Tag 7: Von der Sulzenauhütte über die Dresdner Hütte zur Mutterbergalm

Der letzte Tag in den Bergen lief sich fast von selbst. Wir waren alle müde und haben uns für die etwas leichtere Variante über das Peiljochl entschieden. Die Strecke ist entsprechend kurz, so dass wir trotz einer ausgiebigen Pause auf dem Joch bereits kurz vor Mittag auf der Dresdner Hütte ankommen. Der Abstieg vom Peiljochl zur Dresdner Hütte führte über verblocktes, steiles Gelände und war nicht durchgängig mit Seilen gesichert. Meiner Meinung nach war das eine der schwierigsten Passagen der ganzen Woche.

Nach einer Pause auf der Dresdner Hütte sind wir weiter abgestiegen zur Mutterbergalm. Das Wetter war inzwischen wieder besser, und mit dem Wissen auf ein baldiges Ende der Tour liefen wir mit ordentlichem Tempo dem Ziel entgegen. Mit dem Bus sind ging es dann noch eine halbe Stunde in Richtung Neustift, wo wir nachmittags am Parkplatz ankamen.

Heimfahrt

Nach der Wanderung lag nun noch der lange Heimweg vor uns. Wir haben erst noch Wiebke weg gebracht zu Jonas und Stephan. Nach einem gemeinsamen Eis zum Abschied sind wir dann zurück nach Stuttgart, wo mich Erik am Abend an meinem Auto absetzte. Ab hier bin ich dann nochmal 400km weiter nach Hause gefahren und war spät in der Nacht im Ruhrgebiet.

Fotos

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere