Erste Ergebnisse zur Optimierung der Heizung

Im Herbst 2016 begann nach einem heißen Spätsommer die erste Heizperiode in unserem neuen Haus. Berufsbedingt habe ich die Einstellungen des Heizungsbauers in Frage gestellt und mir Gedanken über eine Optimierung des Gasverbrauchs gemacht. Nun neigt sich die Heizperiode dem Ende zu, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich konnte den Gasverbrauch nochmal deutlich senken.

Schritt 1: Datenerfassung

Als erstes habe ich mir zwei Temperaturlogger besorgt, um sowohl die Außentemperatur als auch die Temperatur im Wohnzimmer aufzuzeichnen. Diese Sensoren arbeiten mit einem Akku und zeichnen seit dem Herbst die Temperatur in einem 5-Minuten-Intervall auf. Der Außentemperatursensor liegt auf dem Dach der Garage in unmittelbarer Nähe zu dem Temperaturfühler der Heizung. Der andere Logger ist im Wohnzimmer untergebracht, da dies mit angestrebten 21-21.5°C Raumtemperatur der wärmste Raum im Haus ist.

Schritt 2: Schrittweise Änderungen an der Heizkurve

Als nächstes habe ich im Keller an der Heizungsanlage einen Koeffizienten der Heizkurve immer weiter herunter gedreht. Dabei habe ich immer darauf geachtet, dass die Raumtemperatur im Wohnzimmer nicht unter die gewünschten 21°C fällt. Der Thermostatkopf am Heizkörper darf dabei natürlich nicht verstellt werden.

Die ersten Änderungen waren zaghafte 0.02er-Schritte. Nachdem dies etliche Male ohne jede Auswirkung blieb habe ich die Schritte immer weiter vergrößert, damit man überhaupt mal eine Änderung im Wohnzimmer bemerkt. Zu Beginn war der Koeffizient auf 2.10 eingestellt. Nach Abschluss der Optimierungen liegt er nun bei 1.36, also deutlich darunter.

Das Haus reagiert relativ träge, so dass Änderungen immer ein paar Tage wirken müssen bis sich ein eingeschwungener Endzustand einstellt. Gleichzeitg sollte man bedenken, dass das weite runterziehen der Heizkurve evtl. nicht mehr genügend Reserve lässt, falls es zu einem spontanen Temperaturabfall kommt.

Schritt 3: Optimierung der Zirkulationspumpe

Unser Trinkwasser wird ebenfalls über die Heizung vorgehalten. Unsere Brötje-Heizung hat einen (kleinen) 90L-Pufferspeicher und zirkuliert warmes Trinkwasser durch die Leitungen bis kurz vor die Zapfstellen. Anfangs war hier ein kontinuierliches Zirkulieren eingestellt. Die Zeitschaltung der Zirkulation wurde angepasst, so dass warmes Wasser nur noch morgens, mittags und ab dem späten Nachmittag zirkuliert. Dazwischen und über Nacht wird das Wasser eher unwahrscheinlich benötigt und muss nicht die ganze Zeit zirkulieren.

Schritt 4: Kontrolle des Gasverbrauchs

Über die gesamte Heizperiode hinweg habe ich den Stand des Gaszählers mehrmals wöchentlich abgelesen. Mit den Daten kann ich nun bestätigen, dass sich die Mühe tatsächlich gelohnt hat.

Wie in der Grafik zu sehen ist steigt der Gasverbrauch ab Dezember nicht mehr so stark an, wie die Außentemperaturen fallen. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass die kontinuierlichen Änderungen des Koeffizienten zwischen Oktober und Dezember langsam wirken. Wir konnten den gesamten Gasverbrauch um ca. 7-8% senken durch diese Optimierung.

Grafikk zu Temperaturen und Gasverbrauch
Grafikk zu Temperaturen und Gasverbrauch

 

Während im vergangenen Spätsommer die Temperaturen über Wochen hinweg deutlich über 30°C lagen verbrauchten wir ca. 0.9m³ Erdgas pro Tag. Dieser Verbrauch ist der reine Verbrauch für die Erwärmung des Trinkwassers. Als Vergleich mit den ersten warmen Tagen in der zweiten Maihälfte haben wir nun einen reduzierten Verbrauch von nur noch 0.75m³/Tag. Die neue Einstellung der Zirkulationszeiten konnte also den anteiligen Gasverbrauch für das Trinkwasser sogar um ca. 17% reduzieren.

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